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Aufsichtsrat und Bafin versagt: Wirecard größter Bilanzskandal in Europa


Bei Wirecard hat der Aufsichtsrat versagt.
Auch der Abschlussprüfer hat sich täuschen lassen und seine Prüfungspflicht insbesondere hinsichtlich der Bankguthaben verletzt.

Will man so etwas künftig vermeiden, braucht es

  • eine Stärkung der Rechte und Pflichten der Aufsichtsräte
  • eine Stärkung der Aufsicht und
  • eine Stärkung der Rechte, Aufgaben und der Mitarbeiter der Bafin.

Der Ruf nach professionellen Aufsichtsräten, die Unternehmen auch kritisch betrachten können, kommt nach jedem Skandal.
Durch den Wirecard-Fall könnte sich jetzt wirklich etwas ändern. Das Maß ist voll.

Bei Wirecad beträgt der Gesamtschaden 22 Milliarden Euro.
Dem Finanzplatz Deutschland und  der sozialen Marktwirtschaft wurde großer Schaden zugefügt.

Das Amtsgericht München hat mit Beschluss vom 25. August 2020 unter Aktenzeichen 1542 IN 1308/20 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wirecard AG sowie sechs weiterer deutscher Wirecard-Gesellschaften eröffnet und Dr. jur. Michael Jaffé von der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter jeweils zum Insolvenzverwalter bestellt. 

Ein Untersuchungsausschuss soll Licht ins Dunkel bringen, damit sich solche Skandale nicht wiederholen können.

Die Distanz von Aufsicht, Politik und Unternehmen war scheinbar nicht gegeben. 

Ein Staatssekretär aus dem Bundesfinanzministerium fuhr beispielsweise zum Geburtstag des Vorstands, abwohl schon ein Ermittlungsverfahren gegen wirecard lief – dieser Staatsekretär engagierte sich auch, dass die Wirevcard von der KfW noch ein Rettungsdarlehen erhält. Dies scheiterte jedoch.

Ob Bundesminister Scholz über alle Vorgänge informiert war, wird geprüft.

Ein Sprecher des Untersuchtungsausschusses bestätigte im April 2021 in einer vorläufigen Stellungnahne: 

  • es fehlen Bankguthaben in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, die es gar nie gegeben hat
    (Liquidität ist eigentlich der einfachste Prüfungspunkt im Rahmen einer Abschlussprüfung)
  • ein Sonderermittler wurde eingesetzt, um zu klären, warum der Abschlussprüfer seine eigentlichen Pflichten nicht erfüllt hat.
  • es lag großes unternehmerisches Fehlverhalten und eine Kultur des Wegsehens und ein kollektives Aufsichtsversagen vor
  • der Vorstand hat kriminell gehandelt
  • die Bafin und die Prüfungsgesellschaft EY haben mutmaßlich Schützenhilfe geleistet und so einen dauerhaften Betrug ermöglicht
  • die Warner und Analysten wurden von der Bafin verfolgt und nicht die mutmaßlichen Täter
  • 62 Millionen wurden von Wirecard für Lobbyismus ausgegeben
  • Wirecard als Finanzholding einzustufen war Fehler
  • seit 2015 soll das Kerngeschäft Verluste gemacht haben

Das Kerngeschäft konnte vom Insolvenzverwalter an die Banco Santander Gruppe verkauft werden.

Bei Fragen zum Gesellschafts- und Insolvenzrecht stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich habe mich schon in meiner Masterarbeit intensiv über die Installation wirksamer Kontrollen in Unternehmen beschäftigt.
Die Tätigkeit der Aufsichtsräte, Beiräte ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft.

Wer eine wirksame Aufsicht haben möchte, muss qualifizierte Aufsichtsräte einsetzen.
Ich stehe als kritscher Aufsichtsrat zur Verfügung oder schule den Aufsichtsrat oder helfe eine wirksame Aufsicht zu installieren.

Hermann Kulzer MBA

Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht*
Fachanwalt für Insolvenzrecht

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